Was ist eine Kreditwürdigkeitsprüfung

Überwachen der KReditwürdigkeit

Sind Sie Kreditwürdig? Die Hintergründe der Kreditwürdigkeitsprüfung.

Wer einen Kredit aufnehmen will, muss sich dessen auch als finanziell würdig erweisen, daher findet auch in der Regel eine Kreditwürdigkeitsprüfung statt. Dabei wird die Bonität des Kunden bewertet. Es geht dabei um Faktoren wie Beschäftigungszeiten, Art der Ausbildung, persönliche Schulden und Verpflichtungen, aber letztlich natürlich auch um das persönliche Einkommen. So wird dann bewertet, ob und mit welchem Risiko der Kunde in der Lage ist, seine Kreditverbindlichkeiten zu tilgen.

Die Bewertung der Bonität

Am Anfang jeder Kreditwürdigkeitsprüfung steht die Bewertung der Bonität. Dabei wird die persönliche Situation des Kunden durchleuchtet. Im Endeffekt wird damit ein etwaiger Risikoaufschlag auf den Kreditzins definiert oder aber auch der Kredit aus Bonitätsgründen abgelehnt. Die wesentlichen Kriterien dieser Bonitätsprüfung sind in die persönliche und wirtschaftliche Bonität des Kreditnehmers unterteilt.

Kreditwürdigkeitsprüfung

Sind Sie Kreditwürdig? Eine Kreditwürdigkeitsprüfung bringt die eigene Bonität zum Vorschein. Diese entscheidet über die Vergabe eines Kredites und die Konditionen. Foto: danielfela / Bigstock

Als wesentlich für die persönliche Bonität gelten dabei neben der beruflichen Tätigkeit und der Qualifikation auch die Sicherheit des Arbeitsplatzes. Ein weiteres sehr wesentliches Kriterium ist das Zahlungsverhalten in der Vergangenheit.

Die wirtschaftliche Bonität

Für die Prüfung der wirtschaftlichen Bonität werden die nackten Zahlen herangezogen: Wie hoch ist das monatliche Einkommen, welche notwendigen Ausgaben – etwa für Miete oder ein Autoleasing aber auch einen Autokredit – müssen getätigt werden. Gibt es noch weitere Schulden? Wichtig ist natürlich auch noch die Frage, ob ein Vermögen vorhanden ist, auf das der Kreditgeber im Falle der Zahlungsunfähigkeit zurückgreifen kann. Dabei kann es sich sowohl über Barvermögen, Wertpapiere, abr auch Immobilien, die nicht belastet sind, handeln.

Die persönliche Bonitätseinstufung

Nach Vorliegen der Prüfergebnisse für die wirtschaftliche und persönliche Bonität kommt es seitens des Kreditgebers schließlich zu einer verbindlichen Bonitätseinstufung. Diese wird je nach Kreditinstitutit unterschiedlich vorgenommen. Zugrunde gelegt wird aber jedenfalls die Einschätzung über das sogenannte Ausfallsrisiko. Je sicherer also der Arbeitsplatz des Kreditnehmers ist, je höher sein Einkommen und je geringer seine Verbindlichkeiten, umso besser wird auch die Einstufung sein. Natürlich wird aber auch die persönliche Finanzhistorie beurteilt. Etwaige Mahnverfahren – auch aus der Vergangenheit – können sich daher auch bei Vorliegen einer ausreichenden Bonität als Hindernis herausstellen.

Die Bonität beeinflusst die Zinsen

Banken achten natürlich auf ihr Risiko, da es ja auch den Ertrag beeinflusst. Kreditnehmer mit hohem Ausfallsrisiko sind für die Bank weniger attraktiv als sehr potente Gläubiger. Je schlechter daher die Bonitätseinstufung ausfällt, umso höher wird der von der Bank in Rechnung gestellte Kreditzins sein. In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen und Kreditangeboten der Banken wird auf dieses Faktum auch meist explizit verwiesen. Die Unterschiede im gewährten Kreditzins können dabei mehrere Prozentpunkte ausmachen. Der Zins ist natürlich aber auch von der jeweiligen Besicherung abhängig, So wird ein hypothekarisch besicherter Kredit zu besseren Konditionen angeboten als ein Darlehen, das nur durch die laufenden Gehaltszahlungen besichert ist.

Willkürliche Einstufungen bei der Kreditwürdigkeitsprüfung

Sehr oft wird kritisiert, dass Kreditnehmer trotz grundsätzlich positiver Bonität willkürlich schlechter eingestuft werden. Das liegt an der Praxis verschiedener Wirtschaftsauskunfteien, die auch von Verbraucherschützern immer wieder kritisiert werden. Diese löschen nämlich oft alte und lang verjährte Einträge etwa über einen einmaligen Zahlungsverzug nicht oder nehmen aufgrund solcher Daten eigene Bewertungen vor, die sie dann auch an die anfragenden Kreditinstitute weitergeben.

Überwachen der KReditwürdigkeit

Das Ergebnis einer Kreditwürdigkeitsprüfung dient im wesentlichen für Kreditinstitute als Entscheidungsgrundlage für die Gewährung angefragter, so wie zur Bewertug laufender bereits eingeräumter Kredite. Foto: REDPIXEL.PL / Bigstock

Besonders problematisch sind sogenannte „weiche Daten“, die in die Bewertung eines Kreditnehmers einfließen. Dazu zählen etwa die Wohnadresse, aber auch die Branche, in der der Kreditnehmer beschäftigt ist. Kinder werden oft zusätzlich als Indiz für eine schlechtere Bonität herangezogen. Gleichzeitig bekommen in solchen Bewertungen häufig auch Frauen im gebärfähigen Alter Abschläge in der Einstufung, da sie ja schwanger werden könnten und so für einen gewissen Zeitraum ihr Einkommen verlieren könnten.

Die Gesetzmäßigkeit solcher Einstufungen ist umstritten, neue Gesetzesvorlagen zielen darauf ab, Auskunfteien bei Kreditwürdigkeitsprüfungen bzw. Bonitätseinschätzungen zu mehr Transparenz zu verpflichten und solche willkürlichen Kriterien nicht mit einzubeziehen.

Auf die Bonitätsprüfung folgt die Bonitätsüberwachung

Hat man nach positiver Einschätzung der Kreditwürdigkeit durch die Kreditwürdigkeitsprüfung ein Darlehen erhalten, wird man als Kreditnehmer allerdings weiterhin überwacht. Denn auch während der Kreditlaufzeit kann sich die Bonität verschlechtern, etwa durch Arbeitslosigkeit oder familiäre Ereignisse wie eine Scheidung. Auch weitere Verschuldung oder schleppende Rückzahlungen führen dazu, dass sich die Bonität verschlechtern kann. Die Bank ist in diesem Fall berechtigt, die Rückzahlungsmodalitäten neu festzulegen, indem etwa der Zinssatz erhöht oder die Laufzeit verkürzt wird. In drastischen Fällen – etwa bei länger anhaltendem Zahlungsverzug kann das Darlehen auch fällig gestellt werden.

Transparenz auf beiden Seiten entscheidend

Für eine Kreditwürdigkeitsprüfung bei Aufnahme eines Darlehens ist daher Transparenz auf beiden Seiten entscheidend. Der Kreditnehmer hat sämtliche Unterlagen beizubringen und auch Auskünfte über Verbindlichkeiten, laufende Zahlungen, aber auch Vermögen lückenlos zu erteilen. Gleichzeitig ist auch der Kreditgeber angehalten, seine Kriterien für die Bonitätseinstufung im Rahmen der Kreditwürdigkeitsprüfung transparent auf den Tisch zu legen. Bei seriösen Instituten wird dies gemeinhin auch funktionieren und somit zu einem für beide Seiten zufriedenstellenden Ergebnis führen.

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