Kredit oder Darlehen? Was ist was?

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem Kredit und einem Darlehen?

In der Umgangssprache findet schnell eine Vermischung zwischen den Begriffen Kredit und Darlehen statt. Während die einen Verbraucher von der Kreditaufnahme sprechen, sagen andere, dass sie sich bei einer Anschaffung für die Aufnahme eines Darlehens zur Finanzierung entschieden haben. Im Bewusstsein der meisten Verbraucher unterscheidet sich nichts zwischen dem Kredit und dem Darlehen. Das ist allerdings nicht der Fall, denn Kredit und Darlehen haben sehr wohl eigene Charaktere. Das ist schon daran erkennbar, dass es zwar im Bankgeschäft eine Kreditkarte gibt, die Darlehenskarte dagegen nicht geläufig ist. Nachfolgend eine Entschlüsselung, was den Kredit und das Darlehen voneinander unterscheidet.

Kredit oder Darlehen

Wo liegen die Unterschiede zwischem einem Kredit oder einem Darlehen? Foto: robuart / Bigstock

Kaum ein Verbraucher ist sich dessen bewusst, dass beide Begriffe sich inhaltlich unterscheiden. Üblicherweise wird der Begriff Kredit im allgemeinen Sprachgebrauch häufiger genutzt, als dass von einem Darlehen gesprochen wird. Das ist auch nicht weiter schlimm, denn beide Varianten meinen grundsätzlich eine Geldentleihe, die durch einen Vertrag zustande kommt und bei der ein Geldgeber einem Geldnehmer eine Summe für einen bestimmten Zeitraum gegen Leistung von Zinsen überlässt.

Es gibt den Unterschieden zwischen einem Kredit und einem Darlehen

Auch wenn beide Begriffe im allgemeinen Sprachgebrauch parallel verwendet werden, gibt es ihn dennoch, den Unterschied zwischen dem Kredit und dem Darlehen. Grundsätzlich handelt es sich beim Darlehen wie auch bei Kredit um ein Mittel, das der Beschaffung von Geld dient. In beiden Fällen verschafft sich eine Person Fremdkapital zur Finanzierung eigener Anschaffungen. Der Kredit wird grundsätzlich als ein Überbegriff dieser Geldbeschaffung verwendet und der Kredit verschiedene Formen der Beschaffung von Fremdkapital meint. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass ein Darlehen zwar immer ein Kredit ist, dass aber umgekehrt längst nicht jeder Kredit auch ein Darlehen darstellt. Die Unterscheidung besteht lediglich darin, dass das Darlehen von höheren Geldsummen und längeren Laufzeiten als der Kredit spricht.

Die Formulierung innerhalb der deutschen Gesetzgebung

Das Gesetz in Deutschland spricht praktisch immer von einem Darlehen, wenn es um die Thematik der Geldbeschaffung geht. Damit finden sich zum Beispiel im § 488 des BGB die für einen Darlehensvertrag klassischen Pflichten und der § 489 des BGB formuliert das ordentliche Kündigungsrecht eines Darlehensnehmers. Auch wenn das BGB, also das Bürgerliche Gesetzbuch, in seinen Formulierungen jeweils von einem Darlehen spricht, finden die Gesetze dennoch auch bei einem Kreditvertrag Anwendung.

Häufige Formulierungen in der Rechtsprechung

Unterschied Darlehensverträge und Kreditverträge

Viele Menschen halten es für das Gleiche – Aber es gibt signifikante Unterschiede zwischen Darlehens- und Kreditverträge Foto: Rido81 / Bigstock

Oftmals ist zu lesen, dass ein Unterschied zwischen dem Darlehen und dem Kredit darin liegt, dass ein Kredit bedingt, dass Geld oder auch andere Dinge einem Kreditnehmer überlassen werden. Das Darlehen dagegen zeichnet sich dadurch aus, dass es sich hier immer um eine Geldvergabe handelt. Im § 488 des BGB ist die nachfolgende Formulierung zu finden:

Aufgrund eines Darlehensvertrags ist der Darlehensgeber verpflichtet, dem Darlehensnehmer den entsprechenden Geldbetrag in der zuvor vereinbarten Höhe zur Verfügung zu stellen. Hier ist also von einem Geldbetrag die Rede. Liest man dann allerdings in § 607 des BGB, dann ist dort eine Regelung für ein Sachdarlehen getroffen.

Hier heißt es, dass ein Sachdarlehen den Darlehensgeber dazu verpflichtet, einem Darlehensnehmer die vereinbarte vertretbare Sache auch zu überlassen. Der Darlehensnehmer dagegen ist wiederum zur Zahlung des vereinbarten Darlehensentgeltes und darüber hinaus bei Fälligkeit auch zur Rückerstattung von Dingen gleicher Art und Menge sowie Güte verpflichtet.

Fakt ist darüber hinaus, dass vor der Schuldrechtsreform Gelddarlehen und Sachdarlehen einheitlich in den §§ 607 bis 610 des BGB behandelt wurden. Erst seit dem 1. Januar 2002 werden die beiden Vertragstypen nun unterschiedlich aufgeführt.

Die Unterscheidung von Darlehen und Kredit im Sprachgebrauch

Im allgemeinen Sprachgebrauch und auch bei Banken ist es gängig geworden, dass von einem Darlehen gesprochen wird, wenn es sich um höhere Summen und eine längere Laufzeit handelt. Ein Kredit wiederum wird im allgemeinen Sprachgebrauch und bei Geldinstituten dann genutzt, wenn es sich um niedrigere Summen sowie auch kürzere Laufzeiten bei der Geldbeschaffung handelt. Bei Immobilienfinanzierungen wird beispielsweise immer von einem Darlehen gesprochen. Gleichzeitig wird aber oftmals auch von einem Kredit aufgrund der mangelnden Abgrenzung gesprochen. Beim Konsumentenkredit, der der Finanzierung weniger hochpreisiger Konsumwünsche dienen soll, wird praktisch immer von einem Kredit gesprochen. Kredite werden unterteilt in kurzfristige Kredite und mittelfristige Kredite, während ein langfristiger Kredit als Darlehen bezeichnet wird.

Die wesentlichen Merkmale von Krediten und Darlehen

Die Unterscheidung bei Krediten und Darlehen ergibt sich grundsätzlich ausschließlich aus der Laufzeit und der Höhe der entliehenen Geldsumme. Bei einem Darlehen wie auch einem Kredit handelt es sich um eine Geldanleihe, allerdings haben sich im Laufe der Zeit beide Begriffe bedingt durch verschiedene Laufzeiten und Geldsummen entwickelt. In der Umgangssprache werden immer wieder beide Begriffe genutzt, ohne dass die genauere Bedeutung bekannt ist und eine Unterscheidung dementsprechend erfolgt. Trotzdem sind die Begriffe Darlehen und Kredit im Hinblick auf Laufzeiten und Höhe der Geldsummen klar definiert.

Was haben Kredit und Darlehen gemeinsam, was unterscheidet sie?


Immobilienfinazierungen sind Darlehen

Bei einer Immobilienfinanzierung spricht man in der Regel von einem Darlehen – Foto: dolgachov / Bigstock

Die Eigenschaften von Kredit und Darlehen

Dem Darlehen wie auch dem Kredit gemeinsam ist, dass es sich bei beiden um Mittel der Geldbeschaffung handelt. Bei beiden wird zwischen dem Geldgeber und dem Geldnehmer ein Vertrag geschlossen. Das entliehene Geld ist bei beiden Varianten aus Fremdkapital bestehend. Mit Ausnahme der Laufzeit und der Höhe der Geldsumme gibt es kaum wesentliche Unterschiede zwischen dem Darlehen und dem Kredit. Allerdings können sich weitere Inhalte des Vertrages und der Konditionen, die sich auf den Zinssatz, zusätzliche Gebühren und Kosten beziehen und auch die Tilgung stark voneinander unterscheiden. Fakt ist damit, dass das Darlehen größere Geldsummen zur Verfügung stellt und eine längere Laufzeit aufweist, während der Kredit aus einer geringeren entliehenen Geldsumme und einer kürzeren Laufzeit besteht. Das heißt damit, dass ein Darlehen beispielsweise für die Finanzierung einer Immobilie aufgenommen wird, während die Anschaffung einer Waschmaschine oder eines anderen Konsumgutes durch einen Kredit umgesetzt wird.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ein Darlehen zwar ein Kredit ist, dass ein Kredit allerdings nicht ein Darlehen darstellt. Die Höhe der entliehenen Geldsumme aus dem Fremdkapital sowie auch die Dauer der Laufzeit unterscheiden die beiden Varianten der Geldentleihe. Auch rechtlich unterscheiden sich der Kredit und das Darlehen. Im allgemeinen Sprachgebrauch ist die Verwendung der Begriffe Kredit und Darlehen allerdings synonym und Verbraucher machen auch keine Unterscheidungen, wenn sie die beiden Begriffe verwenden. Lediglich Fachleute differenzieren, wenn sie vom Darlehen oder dem Kredit sprechen.

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