Bon-Kredit zum Thema Minuszins: „Es gibt ihn nicht“

Der Fremdkapital-Anbieter Bon-Kredit – ein Vermittler für schnelle Kredite, nach eigenen Angaben „auch bei schlechter Schufa“ – hat einen Info-Artikel veröffentlicht, in dem es um das Thema Minuszins geht. Aktuell begegnet man ja häufig Werbung zu Krediten mit Minuszins oder Darlehen, an denen man angeblich verdienen kann. Dabei werden meist 1.000 Euro als Kreditsumme vergeben, und es müssen – laut Werbeversprechen – nur 9xx Euro zurückgezahlt werden. Bon-Kredit hat das Thema Kredit mit Minuszins im besagten Beitrag umfangreich beleuchtet. Was dabei herausgekommen ist, das haben wir hier für Sie zusammengefasst.

Original-Beitrag lesen: Hier kommen Sie zum Info-Artikel

Es sieht verlockend aus: Einen Kredit mit Minuszins aufnehmen, um keine Zinsen zu zahlen, sondern mit dem Darlehen noch Geld geschenkt zu bekommen. Doch was steckt wirklich hinter dem Minuszinskredit? Darlehen Negativzins

Es sieht verlockend aus: Einen Kredit mit Minuszins aufnehmen, um keine Zinsen zu zahlen, sondern mit dem Darlehen noch Geld geschenkt zu bekommen. Doch was steckt wirklich hinter dem Minuszinskredit?

Kredit mit Minuszins – was steckt dahinter?

Sind Kredite mit Minuszinsen […] dreiste Lüge und pure Abzocke?“, fragen die Redakteure von Bon-Kredit im Beitrag. Die Antwort lautet zwar Nein, aber sie gilt im Grunde nicht für jene Menschen, die ein solches Darlehen ohne Zinsen wirklich brauchen. Denn für einen 1.000-Euro-Kredit ohne (nennenswerte) Verzinsung muss man eine stabile finanzielle Situation sowie einen guten bzw. sehr guten Schufa-Score vorweisen können. 

Das geht nicht, wenn man einen Kredit umschulden möchte oder mit dem Zinsfrei-Kredit Schulden abbauen will. Ergo: Vielleicht sind die Angebote keine Abzocke, dafür aber für die eigentliche Zielgruppe unerreichbar. Wer dennoch eine Anfrage stellt, hilft dem anbietenden Kreditinstitut sogar noch, denn dieses hat dann alle Daten für zukünftige Angebote und gezielte Werbung.

Ist der Minuszins-Kredit also nur ein Spaß für Reiche?

Es scheint so. Zudem muss man den Marketing-Charakter der Darlehen-Aktionen sehen: der Vermittler von Krediten mit scheinbar negativen Zinsen erhält sowohl von qualifizierten Bewerbern als auch von abzulehnenden Anfragenden alle Daten. Darunter sind persönliche Kontaktdaten, Informationen zur finanziellen Situation, zu Einnahmen, Ausgaben und so weiter. 

Egal ob reich, arm oder auf dem Weg in die eine oder andere Richtung – in Zukunft kann der Anbieter individuelle Werbung verschicken, sollte man sich als Anfragende/r nicht im Nachgang auf die Löschung der persönlichen Daten berufen. Und wer den Kredit bekommt, der hat eine positive Kundenerfahrung gemacht. Die Aufnahme eines neuen, höheren Kredits mit positiven Zinsen ist also wahrscheinlich!

Hinsichtlich der Umschuldung mit Negativzins-Krediten, also als Angebot für Menschen, die nicht reich sind und teure Kredite umschichten wollen, sagt Bon-Kredit:

Der Kredit mit Minuszinsen taugt nicht zur „Umschuldung“. Viele Verbraucher, die relativ kleine Kreditsummen von 1.000 oder 2.000 Euro beantragen, wollen damit ihr Konto ausgleichen oder teure Altkredite ablösen. Klar, dass eine Finanzierung mit negativen Zinsen für sie wie ein erstklassiges Geschäft klingt. Den Kredit mit Negativzinsen einfach zur Umschuldung nutzen, sprich: ein altes Darlehen mit dem neuen „Günstig-Kredit“ ablösen – dieser Tipp ist aber leider nur ein schlechter Witz. Denn auch hier zeigt sich wieder ein entscheidendes Problem: Wer schon Darlehen mit relativ unattraktivem Zinssatz laufen hat, der wird den Kredit mit Minuszinsen kaum bekommen.

Warnung: Fremdzugriff aufs Bankkonto nie zulassen!

Im Laufe des Info-Artikels von Bon-Kredit wird noch ein Selbstversuch vom Februar 2018 aufgezeigt. Dieser stammt von Andreas Dörnfelder und wurde in der „Wirtschaftswoche“ mit Quellenangabe „Handelsblatt Online“ veröffentlicht (hier). Unter die Lupe genommen wurden dabei Kredite mit Minuszins von Smava und Check24. Im Artikel zum Selbstversuch liest man folgende Einleitung:

Das Angebot sieht verlockend aus. Ich leihe mir 1000 Euro für drei Jahre und muss nur 953,64 Euro zurückbezahlen. Der Anbieter, das Vergleichsportal Smava aus Berlin, verspricht mir also 46,36 Euro zu schenken, wenn ich über die Online-Seite einen Kredit aufnehme.

Schon im übernächsten Absatz schreibt Dörnfelder, dass er das Geld nicht wirklich zu den aufgezeigten Konditionen bekommen kann. Nach Angabe aller möglichen persönlichen und finanziellen Daten wird das Angebot auf einen Kredit mit 2,68 Prozent Zinsen korrigiert. Auf Nachfrage wird eine mögliche Anfrage bei der Konkurrenz als Grund dafür ausgemacht. Zudem werden noch andere Angebote und Rechenbeispiele aufgezeigt – auch dazu, welche Ausgleichszahlungen die Kreditvermittler pro Kunde an die Kredit vergebenden Banken zahlen, damit die Minuszinsen-Darlehen überhaupt zustande kommen. 

Wirklich interessant wird es dann bei der Überprüfung von Daten und Angaben, vor allem bei der Kontrolle von Ein- und Ausgängen auf dem Bankkonto des potentiellen Kreditnehmers. Wie Bon-Kredit bereits im Info-Artikel zitiert, wird der Redakteur von Check24 nach den Zugangsdaten zu den Online-Informationen seines Kontos gefragt; also Benutzername und Kennwort. Das macht natürlich skeptisch, woraufhin er erst einmal bei seiner Hausbank anfragt, ob das zulässig ist. Die Antwort an der Hotline ist als Warnung zu verstehen: „Geben Sie das auf keinen Fall an, das ist gar nicht zulässig!“, wird zitiert. Danach heißt es von Dörnfelder im WiWo-Artikel: „Für sie höre sich das so an, als sei ich auf eine Betrügerseite verlinkt worden.

Auch der Minuszinskredit landet bei der Schufa

Auch ein möglicherweise als „Spaßkredit“ aufgenommenes Darlehen mit negativen Zinsen landet bei der Schufa als Kreditanfrage bzw. als aufgenommenes Fremdkapital und somit als unschöner Einfluss auf den Schufa-Score. Im aufgezeigten Info-Artikel von Bon-Kredit heißt es daher nicht umsonst: „Achtung Schufa-Falle“! 

Wer also unbedacht einen kleinen Kredit um die 1.000 Euro aufnimmt, um mal zu sehen, ob man wirklich nur einen dreistelligen Betrag zurückzahlen muss, der kann bei einer späteren, tatsächlichen Anfrage für einen richtigen, hohen Kredit deswegen abgelehnt werden. Vor allem, wenn man sich für eine lange Laufzeit entscheidet – selbst wenn dann die monatliche Tilgung nur im zweistelligen Bereich liegt, so hat man Verbindlichkeiten vorzuweisen. Und das ist schlecht für eine neuerliche Kreditanfrage.

Noch mehr zu Krediten mit Negativzins

Das Ergebnis einer Umfrage zum Thema Minuszins, die alternativen Möglichkeiten mit echten Krediten statt leeren Versprechen sowie weitere Informationen, Hintergründe und Meinungen zum Thema liefert der oben verlinkte Info-Beitrag von Bon-Kredit. Dieser ist zu lang, um ihn hier in Gänze wiederzugeben. Wir hoffen aber, dass wir Ihnen einen guten Einblick bieten und Sie neugierig machen konnten. 

Schauen Sie überdies gern in unserem Blog vorbei, falls Sie gern weitere interessante Artikel zu den Themen Kredit, Finanzierung, Geld und Wirtschaft lesen wollen. 

Hier ein paar Beispiele:

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