Was ist ein Mikrokredit?

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Mikrodarlehen für die Unternehmensgründung

Mikrofinzanzierung als zuverlässiger Kredit für die Unternehmensgründung und für kleine Unternehmen und Selbständige – Foto: Morganka / Bigstock

Geld für ein Unternehmen zu bekommen ist oft nicht einfach. Viele Banken lehnen die Vergabe eines Kredits ab, da ein Selbstständiger oft nicht die notwendigen Sicherheiten bringen kann. Bei Mikrokrediten ist die Finanzierung einfacher, da es sich um spezialisierte Institute handelt, die Geld für Unternehmer bereithalten.

Was sind ein Mikrokredite?

Die Begriffe Mikrokredit und Minikredit werden im Internet oft für dasselbe Darlehen benutzt. Das ist aber nicht richtig, denn ein Mikrokredit ist ein klar definiertes Finanzprodukt mit einer ganz speziellen Zielgruppe, geringer Kreditsumme und kurzer Laufzeit. Ein Mikrokredit richtet sich an Unternehmer, die damit ihre Geschäftsidee oder eine neue Investition tätigen können. Jungunternehmer bekommen von einer normalen Bank nur sehr schwer einen Kredit. In diesem Fall hilft ein Mikrokredit weiter. Diesen vergeben nur spezialisierte MIkrokreditinstitute.
Diese Idee stammt ursprünglich aus der Entwicklungshilfe. Dort entstand das Prinzip schon 1971 Unternehmer in ärmeren Ländern haben es besonders schwer, an Geld zu kommen. Durch diesen Kredit können sie neue Investitionen tätigen.

In Deutschland ist der Mikrokredit Anfang der 90er Jahre entstanden. Damals sollte mit der Mikrofinanzierung die Selbstständigkeit erleichtert werden. Die Gelder für die Kleinkredite stammen aus dem Mikrofinanzfonds. Federführend ist die GLS Bank. Diese arbeitet mit verschiedenen MIkrokreditinstitute zusammen, die es in ganz Deutschland gibt.  Eine Mikrofinanzierung steht nur Unternehmern zur Verfügung. Wer nicht unter dieser Kategorie fällt, der muss sich mit einem sogenannten Minikredit begnügen.

So funktionieren Mikrokredite

Unternehmer, die Geld über Mikrokredite beantragen möchten, müssen sich an ein Mikrofinanzinstitut wenden. Diese gibt es in ganz Deutschland. Allerdings habe diese Institute selbst keine Bankzulassung. Sie nehmen den Antrag entgegen, prüfen die Sicherheiten und leiten diesen dann an die GLS-Bank weiter. Diese zahlt das Geld aus. Ein Mikrokredit ist in seiner Höhe begrenzt. Die meisten Institute vergeben eine Mikrofinanzierung nur bis zu einer Höhe von 20000 Euro. Die Mindeststumme liegt je nach Anbieter bei 600 Euro. Die genauen Konditionen sind der jeweiligen Internetseite zu entnehmen. Jedes Institut geht ein wenig anders vor. Manche vergeben als ersten Kredit nur 10000 Euro. Sind alle Voraussetzungen erfüllt, dann ist es ein Kredit mit Sofortauszahlung.

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    Förderung junger Gründer mit Mikrokrediten – Foto: tashatuvango / Bigstock (orig.)

    Zinsen: Der Zinssatz bei Mikrokrediten ist höher als bei einem normalen Kredit. Die Höhe ändert sich ständig und passt sich den Gegebenheiten an. Der Zinssatz hängt auch vom jeweiligen Risiko ab. Das ist bei einem Kredit zur Finanzierung einer unternehmerischen Tätigkeit natürlich höher.

  2. Laufzeit: Die Laufzeit ist kürzer als bei anderen Krediten. Sie beträgt häufig nur 36 Monate, manchmal auch 48 Monate. Dadurch kann sich für manchen Unternehmer ein Problem ergeben. Vor allem bei höheren Krediten ist die Rückzahlungsrate aufgrund der kurzen Laufzeit sehr hoch. Nicht jeder Unternehmer kann sich das leisten. Es ist sinnvoll, sich zunächst gründlich beraten zu lassen.
  3. Sicherheiten: Zu diesem Punkt gibt es bei den einzelnen Instituten unterschiedliche Angaben. Manche nehmen es mit den Sicherheiten nicht so genau und vergeben einen Kredit auch wenn nur wenige Sicherheiten gebracht werden. Bei den meisten Anbietern müssen ein oder zwei Privatpersonen bürgen. Dabei übernimmt der Bürge die Rückzahlung der Kreditsumme, wenn der Schuldner ausfallen sollte.
  4. Kredit ohne Schufa beantragen: Wer in der Vergangenheit eine Rechnung nicht bezahlt hat, bekommt in der Regel einen negativen Eintrag bei der Schufa. Dieses Institut sammelt die Daten von Verbraucher und gibt diese nach Anfrage an Unternehmer weiter. Ein negativer Eintrag hat für den Verbraucher ernste Konsequenzen, denn eine Kreditaufnahme ist deutlich erschwert. Allerdings gibt es eine Reihe von Kreditvermittlern und Banken, die mit einem Kredit sofort ohne Schufa werben. Dabei handelt es sich meist um Banken aus der Schweiz, Lichtenstein oder Luxemburg. Das Thema Schufa wird bei den meisten Mikrokreditinstitute auf deren Seite nicht angesprochen. Trotzdem muss der Antragsteller davon ausgehen, dass diese eine Anfrage bei der Schufa durchführen. Durch die Unterschrift gibt der Unternehmer dem Institut die Erlaubnis, die Daten einzuholen. Ob ein negativer Eintrag gleichbedeutend mit einer Ablehnung ist, hängt vom jeweiligen Institut ab. In vielen Fällen bekommt ein Unternehmer einen Kredit sofort ohne Schufa, wenn er einen passenden Bürgen stellt.

Einen Kreditantrag für einen Mikrokredit stellen

Mikrokreditinstitute sind im Internet mit der entsprechenden Suchanfrage leicht zu finden. Der Kreditantrag funktioniert so ähnlich wie bei einem ganz normalen Kredit. Zunächst muss der Interessent die persönlichen Angaben eintragen. Wichtig sind die aktuelle Erwerbssituation und die Sicherheiten. Je nach Institut sind meist folgende Unterlagen notwendig:

  • Vollständig ausgefüllter und unterschriebener Kreditantrag
  • Eine Selbstauskunft des Antragstellers. Diese gibt detaillierte Auskunft über die aktuelle Vermögenssituation
  • Manche Institute verlangen einen Schufa-Bonitätsauskunft.
  • Eine Kopie des Personalausweises als Identitätsnachweis
  • Kontoauszüge des privaten Kontos der letzten beiden Monate
  • Eventuell Angaben zum Bürgen (Selbstauskunft)
  • Eventuell Jahresabschluss und/oder Betriebswirtschaftliche Auswertung, Jahresabschluss, letzte Aufträge und ähnliche Unterlagen, welche die unternehmerischen Aktivitäten nachweisen.

In fast allen Fällen ist ein Identitätsnachweis durch eine Kopie des Personalausweises nicht ausreichend. Notwendig ist in der Regel für ein Mikrodarlehen das sogenannte Postidentverfahren. Dazu muss der Unternehmer mit seinen Unterlagen zur Post gehen. Der Postangestellte überprüft den Ausweis und reicht dann die Unterlagen an das Unternehmen weiter. Dieses Verfahren ist kostenlos

Vor und Nachteile eines Mikrokredits

Vorteile:

  • Unternehmer können mit dem Geld ihr Unternehmen finanzieren
  • Institute verlangen oft nur wenige Sicherheiten
  • Nach positive Entscheidung erfolgt die Auszahlung sehr schnell
  • Institute bieten eine umfangreiche Beratung der Mitglieder an, so dass die Gefahr einer Überschuldung geringer ist.

Nachteile:

  • Die Laufzeiten sind sehr kurz. Das kann bei einem höheren Kredit zu Problemen führen
  • Die Zinssätze für den Kredit sind im Vergleich zu anderen Angeboten sehr hoch


Alternativen zu einem Mikrokredit

Einen Kleinkredit mit Sofortauszahlung vergeben auch anderen Banken und Institute. Neben den Mikrofinanzinstituten ist vor die KFW-Bank für die Förderung von Unternehmen eine wichtige Ansprechpartnerin. Auch viele Banken bieten Kredite für Unternehmen an. Diese haben meist eine höhere Laufzeit, was vor allem bei größeren Krediten ein Vorteil ist. Ob eine Auszahlung sofort ohne Schufa möglich ist, muss bei jeder einzelnen Bank geprüft werden.

Fazit:

Ein Mikrokredit ist ein Kredit für Selbstständige, an Privatpersonen wird dieser Kredit nicht vergeben. Die Vermittlung erfolgt über sogenannten Mikrofinanzinstitute, die den Antrag dann an die jeweilige Bank weiterleiten. Die Kredithöhe beträgt zwischen 600 und 20000 Euro. Die Laufzeit liegt meist bei maximal 48 Monaten. Daraus ergeben sich manchmal sehr hohe Rückzahlungsraten, wenn der Kredit sehr hoch ist. Für Gründer und Unternehmer ist es eine gute Möglichkeit Geld zu bekommen, um damit ihr Unternehmen zu finanzieren.

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