Wie steht es um den Datenschutz: Meine Meinung!

I love Datenschutz

Bis zum 4.1.2015 läuft noch die Blogparade von Henrik auf http://mobilethings.de/2014/datenschutz-interessiert-keine-sau-blogparade/. Ich möchte mit diesem Beitrag daran teilnehmen, da ich finde, dass gerade auf Finanzwebseiten und ähnlich „heiklen“ Themen der Datenschutz nicht zu kurz kommen darf. Für die Finanzmakler gilt ja schon seit längerem die Pflicht, dass Kreditanträge und ähnliches nur mit SSL-Verschlüssellung arbeiten dürfen. Dadurch ist ein abgreifen der Daten für Dritte sehr schwer. Trotzdem ist die Übertragung der Daten nur die „halbe Miete“, denn auch die Speicherung sollte sicher sein. Ich habe dagegen schon von einigen Kollegen von anderen Internetagenturen gehört, dass dort – gerade bei älteren Systemen – die Daten dann unverschlüsselt auf dem Server liegen. Ein Hacker hat leichtes Spiel, wenn er erst einmal auf den Server gelangt ist. Für Firmen sollte es also oberstes Gebot sein, die persönlichen Daten von Kunden gut zu sichern und nicht an Dritte weiter zu geben.

I love Datenschutz

Der Trick mit der Einmal-Mail-Adresse

Wer glaubt, dass dies doch selbstverständlich ist, der mag mal folgendes Experiment machen, das ein Bekannter von mir seit Jahren durchzieht: Er legt sich für JEDEN Shop und JEDES Portal, bei dem er sich im Internet registriert, eine neue einmalige eMail-Adresse an. Wenn er sich zum Beispiel auf Amazon registriert, lautet seine Mail-Adresse dafür amazon@seine-domain.de. Bei eBay ist es ebay@seine-domain.de etc. Diese leiten zwar einfach weiter an seine Haupt-eMail-Adresse, aber man sieht dann mal, welche Adressen weiter gegeben wurden, ohne dass man es erlaubt hat. Man wird erstaunt sein, wie sich die einzelnen eMail-Adressen teilweise verbreiten. Und man sieht so sehr schnell, wer die „schwarzen Schafe“ sind, die in der Tat auf den Datenschutz pfeifen.

Die andere Seite – ich als Internetsurfer

Ich persönlich sehe den Bereich des Datenschutzes als Internetnutzer relativ „locker“. Ich finde es nicht tragisch, wenn Google und Facebook meine Surfgewohnheiten und Interessen mitschneidet. Schließlich hat man damit den Vorteil, dass man Werbung sieht, die einen auch interessiert oder die wenigstens grob in den eigenen Interessensbereich passt. Ich würde sogar einen Schritt weiter gehen, und eine zentrale Stelle befürworten, in der ich meine Interessen hinterlegen kann, so dass die Werbetreibenden sich dort anschauen können, was ich mag. Ich schaue mir als iPhone-Nutzer lieber Werbung für neues iPhone-Zubehör an, als für Gartenhäuser – vor allem wenn ich noch nicht einmal einen Garten habe.

Datenschutz: Abmahngefahr für Blogger

Ich habe mich letztens mit einem Bekannten unterhalten, der schon Kontakt zu den „Rittern des Datenschutzes“ haben durfte. Ihm wurde die fehlende Datenschutzerkärung zur Last gelegt, was ihn letztendlich eine höhere Summe Anwaltgebühren gekostet hat. Interessant dabei: Selbst Blogger, die NICHT kommerziell arbeiten, müssen diese Datenschutzerklärung auf der Webseite haben. Ein bisschen reinlesen kann man sich im Blog von wpde.org. Man kann sich vorstellen, dass eine 1.200 EUR Abmahnung ein ziemliches Loch in die Blog-Kasse reissen kann. Besonders kritisch wird es, wenn man die Sache ein zweites Mal falsch macht, denn dann drohnen Kosten, die um ein Vielfaches höher sind, als im ersten Fall.

Ich persönlich finde dieses Vorgehen von den Datenschützern und Anwälten sehr überzogen. Letztendlich speichert vielleicht Google-Analystics irgendwelche Daten ab, wenn jemand die Webseite besucht, aber man hat damit nicht wirklich personenbezogene Daten sondern nur eine IP, die sich ständig ändert und auch nicht dauerhaft bei einer Person bleibt. Hier wäre es sinnvoller mit Auflärung und Tipps zu arbeiten als mit der Rechtskeule… aber leider ist Deutschland in Sachen Datenschutz und Urheberrecht (siehe Leistungsschutzrecht) ja ganz vorne dabei. Ein bisschen mehr Rückschritt wäre mir oft lieber als zuviel Fortschritt.

Staatliches „Schnüffeln“ ist die negative Seite

Viel kritischer als die Datennutzung durch große Unternehmen wie Microsoft, Google oder Facebook sehe ich das staatliche Sammeln von privaten Daten. Hier ist die Gefahr groß, dass man in eine politische „Schublade“ gesteckt wird oder ein Persönlichkeitsprofil erstellt wird, dass dann wiederum Auswirkung auf mein Leben hat. Jeder kennt die Politthriller, bei denen die Geheimdienste alle Kleinigkeiten des Lebens einer Zielperson kennen und sich diese zur Beeinflussung dessen Verhaltens zur Verfügung machen. In Deutschland mögen die Daten noch wenig für die Staatsmacht mißbraucht werden, aber es gibt sicherlich Länder, in denen man schnell auf einer „schwarze Liste“ landet, wenn man Webseiten anderer Religionsgemeinschaften oder von Gruppen anschaut, die nicht „regierungshörig“ sind. In diesem Zusammenhang ist mir der Datenschutz sehr wichtig

 

Bitte bewerten Sie