Niedrigzinsen des einen Freud des anderen Leid.

Die Niedrigzins-Politik der Europäischen Zentralbank EZB macht den Staat und jeden Kreditnehmer glücklich. Doch was des einen Freud ist des anderen Leid. Der deutsche Sparer verliert zur Zeit viel Geld.

Die Medaille hat zwei Seiten

Für den deutschen Staat ist die Null-Zinspolitik der EZB ein wahrer Segen. Kann er sich doch erheblicher Einsparungen erfreuen. Allein im laufenden Jahr konnte der Bund Zinsen von rund 20 Milliarden Euro sparen. Doch die Medaille hat eine Kehrseite. Laut Aussage des genossenschaftlichen Zentralinstituts DZ Bank haben deutsche Sparer aufgrund des Niedrigzins in den vergangenen Jahren rund 190 Milliarden Euro an Zinseinküften eingebüßt.

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Diese Zahl ist jedoch mehr hypothetisch zu sehen, da die Analyse der DZ Bank auf einem Vergleich des tatsächlichen Zinsniveau mit dem langjährigen Durchschnittzins beruht. Wichtige Aspekte wie Inflationsereignisse und Krisen wurden nicht berücksichtigt. Dennoch steht fest, dass die klassische Investition von Geld defizitär ist. Es entsteht der Eindruck, dass Sparen als Renditemodell ausgedient hat.

Die Angst vor der Altersarmut

Der Trend ist schon jetzt erkennbar. Laut Marktforschungsinstitut GfK hat die Sparneigung der Deutschen mit einem Index von 62,6 Punkten ein Allzeittief erreicht. Das Geld wird nicht mehr gespart, sondern ausgegeben. Ein Umstand, den die EZB mit den niedrigen Zinsen bezweckt hat. Die niedrigen Zinsen sollen das private Konsumverhalten der Bundesbürger ankurbeln. Doch was heute ausgegeben wird, fehlt später in der Altersversorgung. Das Resultat ist Altersarmut.

Altersvorsorge als Motivation

altersarmutDie Altersvorsorge war bisher die Hauptmotivation deutscher Sparer. Schließlich will man im Alter nicht auf seinen gewohnten Lebensstandard verzichten. Dem maroden Rentensystem haben die Bundesbürger schon lange das Vertrauen entzogen. Mittlerweile ist jedem klar, eine private Altersvorsorge ist unverzichtbar. Nach Schätzungen der paritätischen Wohlfahrtsverbände sind bereits heute rund 50 Prozent der Senioren von Altersarmut betroffen. Tendenz steigend.

Liquidität im Alter als Mammutaufgabe

Die Altersarmut kann nur durch Spareinlagen beseitigt werden. Welche Anreize gibt es, um sein Geld zu investieren? Mit dem klassischen Sparbuch ist schon längst kein Gewinn mehr zu erzielen. Das Sparen wird durch Niedrigzinsen und Negativzinsen sogar bestraft. Experten gehen davon aus, dass das niedrige Zinsniveau noch bis mindestens 2017 anhalten wird. Liquidität im Alter wird somit zur Mammutaufgabe. Fest steht, wer heute nicht spart, wird im Alter auf staatliche Unterstützung angewiesen sein.

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Fotos: billionphotos.com

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