Krise in Griechenland – Grexit droht – Wie sollten Anleger jetzt reagieren?

Am heutigen Montag, 29. Juni 2015 reagierte der DAX mit einem herben Verlust von 500 Punkten auf das Scheitern der Verhandlungen mit Griechenland. Markus Voss vom Focus empfiehlt, jetzt nicht überstürzt Aktien zu verkaufen. Im Gegenteil sollen mutige Anleger die Chance nutzen, sichere Aktienpapiere zu erwerben. Der DAX ist auf dem Weg der Erholung, viele Papiere sind jedoch immer noch auf Tiefststand und jetzt günstig zu erwerben.  Sehen Sie hier das Video.

Die aktuelle Lage in Griechenland:

Griechenland steht kurz vor der Staatspleite. Am Samstag stürmten stürmten Millionen Griechen die Banken und

Die Lage in Griechenland spitzt sich zu – Millionen Griechen stürmten am Samstag die Banken. Fotos: 123f.com

Die Lage in Griechenland spitzt sich zu – Millionen Griechen stürmten am Samstag die Banken. Fotos: 123f.com

hoben insgesamt bis zu einer Milliarde Euro von ihren Konten ab. Damit ist die Liquidität der Banken ernsthaft bedroht, die Wirtschaft kann zum Erliegen kommen. Die Banken bleiben in dieser Woche geschlossen.

Premier Alexis Tsipras will das Volk bei einem Referendum am 5. Juli über die Sparpläne abstimmen lassen. Doch was gibt es da zu entscheiden? Die Eurogruppe hat das zweite Sparprogramm am 30. Juni auslaufen lassen, ohne Aussicht auf Verlängerung. In Frage käme ein drittes Sparpaket, dessen Aushandlung jedoch Monate in Anspruch nehmen kann. Wahrscheinlich wird das Votum jedoch Verfassungsklagen provozieren, wie Staatsrechtler prophezeien.

Was bedeutet der drohende Grexit für uns?

Das Kunstwort „Grexit“ wurde aus den englischen Begriffen Greece (Griechenland) und Exit (Ausstieg) gebildet. Es steht für einen freiwilligen oder erzwungenen Ausstieg Griechenlands aus der Gemeinschaftswährung Euro. In den EU-Verträgen ist ein solches Szenario jedoch nicht vorgesehen – die Einführung des Euro ist als endgültiger Schritt festgeschrieben. Der Grexit wäre juristisches Neuland.

Im Zuge eines Grexit und der Einführung einer eigenen, abgewerteten Währung würden griechische Produkte wesentlich billiger werden, was die Konkurrenzfähigkeit im internationalen Wettbewerb verbessern würde – eines der Argumente der Befürworter. Griechenlands Geldgeber müssten jedoch große Teile der gezahlten Milliardenkredite abschreiben. Dies gilt natürlich auch für Deutschland. Zum ersten Rettungspaket steuerte Deutschland 15,2 Milliarden Euro über die kW-Bank zu, zum zweiten 38 Milliarden. Die Verluste von Banken mit griechischen Staatspapieren wären überschaubar. Griechenland hat zudem nur eine wirtschaftliche kleine Rolle in der Eurozone und zählt nicht zu Deutschlands wichtigen Handelspartner. Die Auswirkungen auf Deutschland wären also vergleichsweise gering.

Die Folgen des Grexit wären für Deutschland vergleichsweise gering, die weiteren Auswirkungen sind jedoch nicht absehbar.

Die Folgen des Grexit wären für Deutschland vergleichsweise gering, die weiteren Auswirkungen sind jedoch nicht absehbar.

Ein Ausstieg Griechenlands wäre ein historisches Ereignis mit nicht absehbaren Folgen

Auch wenn die Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft marginal wären, ist nicht abzuschätzen, welche Folgen der Grexit auf die Konjunkturentwicklung in Europa haben könnte. Auch das Land selbst wäre in diesem Fall von einer schweren Rezession bedroht, die Armut könnte sich weiter verschärfen, soziale Unruhen drohen. Auch die Signalwirkung auf Politik, Bürger und Finanzmärkte wäre bedenklich, wenn ein Land aus dem Euro aussteigt.

Bis dahin gilt jedoch für uns: Keine Panik.

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